Ott Falcken-
ber
Schul

Work.

24.07.2021 /

Festival der Schauspiel- und Regiestudierenden an der OFS

20. bis 24. Juli 2021 ab jeweils 19 Uhr /// Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos. Die Anmeldung ist nur am selben Abend vor Ort direkt vor dem Eingang in den Werkraum (Hildegardstraße 1
80539 München, 3. OG) möglich.

Über fünf Abende zeigen Studierende der Otto Falckenberg Schule Arbeiten, die in den vergangenen eineinhalb Jahren im Rahmen der Ausbildung entstanden sind und bislang nicht öffentlich gezeigt wurden. Neben szenischen Studien anhand literarischer Vorlagen werden frei entwickelte Arbeiten präsentiert, ferner Etüden zu spezifischen Spieltechniken sowie filmische Formate. Das Publikum ist dazu eingeladen, anhand von Arbeitsständen und Skizzen verschiedenen Facetten der theatralen Arbeit und Ausbildung zu begegnen.

Archiv

… nach dem Spiel ist vor dem Spiel …

MusikSchauspiel /

Ein Gesangsworkshop von Georgette Dee und Heinz-Peter Lange mit dem 3. Jahrgang Schauspiel

am 9. und 10. Juli 2021 um 19 Uhr in der Therese-Giehse-Halle Tickets ab 21.6. unter www.muenchner-kammerspiele.de/de/programm

Von der kleinen Welle, die auszog ein Tsunami zu werden, vom Sandkorn, das einst Teil eines prächtigen Palastes war, vom Wassertropfen, der ein Teil von allem Möglichen werden konnte und doch immer blieb was er ist: die perfekte Kugel.

Die Studierenden des 3. Jahrgangs Schauspiel präsentieren Geschichten und Lieder vom Werden und Vergehen, Vergehen und Werden – ein großes Thema, das die Kunst (und uns Menschen) seit jeher beschäftigt, fasziniert, umtreibt und über das immer wieder erzählt, gesungen und gespielt wurde und wird.

Türken, Feuer

Regie /

Projekt 3. Jahrgang Regie von Ayşe Güvendiren

© Theresa Scheitzenhammer

Premiere 2. Juli 2021, 20 Uhr, Werkraum der Münchner Kammerspiele Weitere Vorstellungen 3. Juli 2021 um 18 und 21 Uhr
von Özlem Özgül Dündar Mit Marie Domnig, Şafak Şengül, Cansu Yildiz Inszenierung Ayşe Güvendiren Ausstattung Theresa Scheitzenhammer Dramaturgie Marie-Sophie Ernst Licht Maxi Blässing Ton Paul Friedrich Günther Aufführungsrechte rowohlt Theater Verlag

© Theresa Scheitzenhammer

© Theresa Scheitzenhammer

© Theresa Scheitzenhammer

© Theresa Scheitzenhammer

© Theresa Scheitzenhammer

Solingen 1993. Ein rassistischer Anschlag, einer von dutzenden “Einzelfällen”. Ein Haus steht in Flammen. Fünf Menschen sterben. Mütter – Überlebende, Ermordete und die eines Täters – versuchen in Türken, Feuer eine (gemeinsame) Sprache für die Umstände dieser Brandnacht zu finden. Ein kaleidoskopisches Gedankenspiel.

Max-Reinhardt-Preis beim Schauspielschultreffen gewonnen

Schauspiel /

© Federico Pedrotti

Unser 3. Jahrgang Schauspiel wurde beim diesjährigen Schauspielschultreffen für ihre Video-Arbeit „Der große Marsch – ohne Lotz“ mit dem Max-Reinhardt-Preis ausgezeichnet! Wir freuen uns und gratulieren herzlich!

Hier der Link zur → Preisrede der Jury.

Drained

Regie /

Lange Nacht der neuen Dramatik an den Münchner Kammerspielen

5 Leseperformances zum Abschluss der Autor*innen-Residenz im Rahmen des „Münchner Förderpreises für deutschsprachige Dramatik“ am 26. Juni 2021 ab 18 Uhr in der Therese-Giehse-Halle Tickets unter https://www.muenchner-kammerspiele.de/de/programm/stuecke/4466-lange-nacht-der-neuen-dramatik/4532-lange-nacht-der-neuen-dramatik
von Hannah Bründl mit Zeynep Bozbay, Johanna Eiworth, Walter Hess, Paul Wellenhof Regie Elias Emmert
Bühne Leonard Mandl Kostüm Florian Buder, Ji Hyung Nam Dramaturgie Carlotta Huys

Sechs Autor*innen nahmen seit Mai an einer erstmals durchgeführten zweimonatigen Autor*innenresidenz an den Münchner Kammerspielen teil. Zum Ende der Residenz werden am 26. Juni ihre Texte in Szenischen Lesungen vorgestellt und der Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik vergeben.

COLD LOVE (seelenstahlbaden)

Regie /

Eine nō-Phantasie von Anatol Boyd

© Lennart Boyd Schürmann

Premiere 17. Juni 2021 um 18 Uhr Weitere Vorstellungen 18. und 19. Juni 2021 um 18 Uhr Tickets unter https://kammerspiele.muenchenticket.net/
mit Cornelius Kiene, Lea Reihl, Anna K. Seidel, Nils Thalmann und Niklas Wetzel sowie Julius Gruner, Nathalie Schörken und Katharina Stark Regie Lennart Boyd Schürmann Dramaturgie Moritz Nebenführ Kostüme Carla Renée Loose Komposition und Sound Stanislav Iordanov Bühne Marleen Johow, Lennart Boyd Schürmann Recherche Choreographie Rose Breuss, Martina de Dominicis (IDA Linz) Künstlerische Beratung Achinoam Alon Beratung Michael Ott

© Nicole Marianna Wytyczak

Leopold von Sacher-Masochs Novellenzyklus Das Vermächtnis Kains war als poetisches Panorama der Kälten und Klüfte menschlicher Naturgeschichte geplant. Vollendet wurden allerdings nur zwei von sechs Teilen, die Bände zur Liebe und zum Eigentum. COLD LOVE (seelenstahlbaden) setzt das unfertige Opus magnum in einer Reihe von Stück-Miniaturen spekulativ fort. Dabei werden der Struktur eines japanischen nō-Theater Festspiels folgend je unterschiedliche performative Perspektivierungen auf die Risiken moderner Freiheitsprojekte gewählt und diese in ihren Frustrationspotentialen modellhaft erkundet – als therapeutische Seelenkur für Liebeswillige.

Mit Materialien von Guillaume Dustan, Dorothee Günther, Alexandra Kollontai, Yukio Mishima, Leopold von Sacher-Masoch, Max Stirner, Pseudo-Zenchiku/Bertolt Brecht.

 

English translation (work in progress)

Leopold von Sacher-Masoch’s novella cycle The Legacy of Cain was planned as a poetic panorama of the chills and chasms of a natural history of humankind. However, only the first two of six parts were realized. COLD LOVE (seelenstahlbaden) speculatively continues his abandoned opus magnum in five miniature plays. Following the structure of a Japanese nō-theater festival, different performative perspectives on the risks of modern projects of freedom are chosen and explored in their potential for frustration in a model-like manner – as a therapeutic soul treatment for the lovesick.

With materials by Guillaume Dustan, Dorothee Günther, Alexandra Kollontai, Yukio Mishima, Leopold von Sacher-Masoch, Max Stirner, Pseudo-Zenchiku/Bertolt Brecht.

Doppelsieg – Körberpreise 2020 und 2021

AbschlussinszenierungRegie /

Caroline Kapp und Ayşe Güvendiren gewinnen beim Körber Studio Junge Regie

Mit dem Preis des Körber Studios Junge Regie 2020 ist Caroline Kapp für ihre Inszenierung »Messy History Lessons«, mit dem Preis 2021 Ayşe Güvendiren für ihre Inszenierung »R-Faktor. Das Unfassbare« ausgezeichnet worden. Das Festival gilt als wichtigste Plattform für den Regienachwuchs im deutschsprachigen Raum.

»Die Siegerproduktion ›Messy History Lessons‹ von der Otto Falckenberg Schule München kommt direkt aus der Quarantäne als »Stunde Null« des Feminismus. Witzig, klug und leichtfüßig schreiben Regisseurin Caroline Kapp und Ensemble die ›neat history‹ des Kunstbetriebs um und chaotisieren den ordentlichen Kanon durch das Sichtbarmachen weiblicher Künstlerinnen und ihrer Werke.« (www.koerber-stiftung.de)

»Eine One-Woman-Show über strukturellen Rassismus in weißen Theaterinstitutionen, entstanden aus rund 30 Interviews mit Kunst- und Kulturschaffenden. Der Clou dabei: bravourös und zynisch, lustig und lehrreich verkörpert Schauspielerin Şafak Şengül dabei rund 30 handelnde Personen, inklusive die Moderatorin der Spiel-Show nach Art der Mystery TV-Serie X-Faktor. Doch hier ist alles die Wahrheit. In R-Faktor gelingt das Kunststück einer Lehrstunde über Rassismus, präzise, verstörend, erhellend. Einem verbittert diskutierten Thema wird hier mit Humor begegnet – und echte Einfühlung ermöglicht.« (www.koerber-stiftung.de)

Im Anschluss an die letzten Vorstellungen des jeweiligen Festivalausgaben diskutierte eine dreiköpfige Jury öffentlich über die gezeigten Inszenierungen.

Zur Jury gehörten in diesem Jahr für den Jahrgang 2020 Susanne Meister (Dramaturgin, Thalia Theater Hamburg), Tina Lanik (Regisseurin) und Matthias Schulze-Kraft (künstlerischer Leiter, Lichthof Theater Hamburg). Für den Jahrgang 2021 Christian Holtzhauer (Intendant Schauspiel, Nationaltheater Mannheim), Dorothea Marcus (Kulturjournalistin und Theaterkritikerin), Tina Pfurr (Künstlerische Leitung, Ballhaus Ost, Berlin).

Caroline Kapp *1988 in Mainz, studierte Kulturwissenschaften und führte daraufhin drei Jahre ein soziokulturelles Projekt in Berlin. 2014 machte sie ihre ersten Assistenzen am Theater Bremen bei Alexander Giesche und Felix Rothenhäusler und kuratierte dort ein Festival für zeitgenössisches griechisches Theater. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit Geschichtsschreibung, dem (un)kollektiven Gedächtnis sowie marginalisierten und verdrängten Erinnerungen.

Ayşe Güvendiren *1988 in Wien, studierte Jura an der Universität Augsburg sowie Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Sie hospitierte und assistierte u.a. bei Jan-Christoph Gockel, Pınar Karabulut, Stefan Pucher und Yael Ronen. Seit 2017 studiert sie Regie an der Otto Falckenberg Schule und ist Stipendiatin der Richard Stury Stiftung. In der Spielzeit 20/21 assistiert sie an den Münchner Kammerspielen.

Der mit einem Produktionskostenzuschuss von 10.000 Euro dotierte Preis der Körber-Stiftung unterstützt die Gewinner*innen bei einer neuen Regiearbeit an einem Stadt- oder Staatstheater bzw. alternativ in der Freien Szene.

Der große Marsch

JahrgangsinszenierungSchauspiel /

von Wolfram Lotz / Jahrgangsinszenierung 2020/21

© Federico Pedrotti

schulinterne Premiere 21. April 2021 um 20 Uhr Weitere Vorstellung 8. und 9. Juni 20 Uhr im Werkraum der Münchner Kammerspiele Tickets unter https://kammerspiele.muenchenticket.net/
Mit Marie Dziomber, Rasmus Friedrich, Philip Froissant, Julius Gruner, Anni Kumlehn, Jorid Lukaczik, Anton Nürnberg, Luca Rosendahl, Nathalie Schörken, Katharina Stark und Lilly-Marie Vogler Regie Anne Habermehl Bühne und Kostüme Christoph Rufer Musik Philipp Weber Dramaturgische Beratung Malte Jelden Licht Charlotte Marr, Michael Pohorsky, Wolfgang Wiefarn Ton Korbinian Wegler Video Maxi Blässing Videoschnitt Romy Gardumi Technik Maxi Blässing, Paul Friedrich Günther, Romy Gardumi Assistenz Regie Malina Sascha Hoffmann Assistenz Bühne Ji Hyung Nam Assistenz Kostüm Melina Poppe Aufführungsrechte S. Fischer Verlag, Frankfurt / Deutscher Theaterverlag GmbH, Weinheim

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

© Federico Pedrotti

Was ist Widerstand? Ist Unsterblichkeit ein sinnvolles Ziel? Kann uns die Seegurke retten? Was Lotz‘ Figuren vereint, ist der Wunsch nach Überwindung der sogenannten Wahrheit, bis hin zur Überwindung des Todes an sich. Mit einem Sammelsurium aus Instrumenten betreten die elf Studierenden der Otto Falckenberg Schule die Bühne der Repräsentation und machen sich auf ihren ganz individuellen Marsch durch die Institutionen, die Gesellschaft und die Zeit.

Es ist ein sehr lustiger Abend, der da im Werkraum zu sehen ist. Eingestreut sind zudem der ein oder andere politische oder sozialkritische Bezug, nur um Spaß soll es nicht gehen. Und auch nicht ums reine Schaulaufen des dritten Jahrgangs, obwohl natürlich jeder im Ensemble einmal sein Sternstündchen hat, sich mit einem Monolog präsentieren darf vor dem so lange ausgebliebenen Publikum. Habermehl hat dafür beherzt in die Vorlage eingegriffen, hat umgestellt, gestrichen, dazu gefügt. Bühnenanweisungen lässt sie gerne sprechen, um dann etwas ganz anderes passieren zu lassen. Die Episoden aus Lotz‘ Satire aufs politische Theater versucht sie nicht mit einer Klammer zusammenzuhalten. Das ist mutig, und es funktioniert prächtig.

Das liegt viel an der Spiellust der Darsteller. Souverän kokettieren sie mit dem Publikum, etwa Rasmus Friedrich in seiner Hitler-Parodie. Oder Marie Dziomber, die die stolz-schüchterne Autoren-Mutti gibt. Ein Fünkchen Liebe wissen Jorid Lukaczik und Nathalie Schörken auch aus drei Metern Entfernung zum Glühen zu bringen. Letztlich ist der komplette Jahrgang gut unterwegs. Wenn sie den Spaß in diesem kargen Corona-Jahr noch mal zeigen könnten, wäre dies schön.

Süddeutsche Zeitung, Yvonne Poppek, 09. Juni 2021