Vergabe Konzeptstipendien 2026/27
Gemeinsam mit der Richard Stury Stiftung hat die Otto Falckenberg Schule für das Schuljahr 2026/27 erstmalig vier Konzeptstipendien in Höhe von je 2.500€ ausgeschrieben. Bewerben konnten sich Schauspiel- und Regieschüler*innen der Abschlussjahrgänge 2025, 2026 und 2027.
Am 5. Oktober 2026 hat die Fachjury (Benno Heisel, Verena Regensburger, Friederike Wille) über die Vergabe entschieden.
Die Konzeptstipendien 2026/27 werden vergeben an:
• Maryna Adamenko: „Das passende Projekt“
• Anni Molke: „F.A.C.E. – For all coming equal (AT)”
• Arthur Becker, Henning Grimpe, Luis Marlon Franz: “R3 – Get rid of yourself“
• Melina Dressler: „Erika (AT)“
Herzlichen Glückwunsch an alle Stipendiat*innen!
→ kurze Auszüge aus den vier Anträgen sowie die dazugehörigen Jurybegründungen
Preisverleihung der Richard Stury Stipendien 2026
(Melina Dressler, Anne Habermehl, Kilian Berger, Orkan Aydın, Josiane Elodie Siewe, Caroline Schlockwerder, Seyed Bardia Hashemizadeh, Emily Zahira Binding, Malte Jelden, Dr. Friederike Wille, Dr. Helmut Hess)
Am 5. Oktober 2026 fand die diesjährige Preisverleihung der Richard Stury Stipendien an unsere Studierenden statt. Dr. Helmut Hess und Dr. Friederike Wille überreichten Orkan Aydın (Regie) und Seyed Bardia Hashemizadeh (Schauspiel) die Urkunde und den Bildband über Richard Stury. Ecem Fatma Çalışır (Schauspiel) erhält ebenfalls ein Stipendium, konnte aber leider bei der Preisverleihung nicht anwesend sein. Die bestehenden Stipendien von Emily Zahira Binding (Regie) sowie Kilian Berger und Josiane Elodie Siewe (Schauspiel) wurden um ein weiteres Jahr verlängert.
Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnungen, bedanken uns für die Unterstützung und gratulieren von Herzen!
Absolvent*innenvorsprechen 2026
Der Abschlussjahrgang Schauspiel 2027
Zirkus Fumeusement
Herzlich Willkommen im Zirkus Fumeusement! Ein Zirkus, der immer wieder versucht aufzustehen, ausrutscht, zusammenfällt und gerade in diesem endlosen Scheitern sein Dasein behauptet.
Das Konzept schöpft Inspiration aus dem Element der Störung, das der Bürger Vertunov im Marionettentheater Stück „Zirkus Sardam“ von Daniil Charms verursacht, und greift zugleich auf Charms’ Gedichte zurück.
Daneben fließen Einflüsse von Dichter Eustache Deschamps und seinem „Empire der Fumeux“ ein, einem exzentrischen Kreis des 14. Jahrhunderts aus Dichtern, Musikern und Intellektuellen, dessen Mitglieder er als Untertanen und sich selbst als deren Kaiser bezeichnete. „Fumeux“ leitet sich vom französischen fumée ab.
Wörtlich bedeutet es Rauch, Qualm oder Nebel, im übertragenen Sinn stand es jedoch auch für Wut, Verblendung und Wahnsinn.
Fumeusement: „Mit Traurigkeit, mit Kummer, streitend, mit der Hitze, die Weindämpfe erzeugen.“
Anna, Mascha und Julia
(K)ein Stück von Tschechow / Jahrgangsinszenierung / Ausgezeichnet mit einem Ensemblepreis beim Schauspielschultreffen 2026 in Rostock
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
© Judith Buss
„Wenn du im ersten Akt eine Pistole platzierst, dann muss im dritten Akt ein Schuss fallen“, diesen Rat gab Anton Tschechow einmal einem Schriftstellerkollegen. Tatsächlich bringt sich in den Stücken Tschechows häufig eine der Figuren um, oder versucht, jemand anderen zu erschießen – immer die männlichen Figuren. Und obwohl die Texte von Anton Tschechow von vielen unterschiedlichen Figuren mit individueller Tiefe bevölkert sind, stehen die Frauen meist neben den Männern namens Iwanow, Trigorin oder Wanja im Rampenlicht. In der Jahrgangsinszenierung der Otto Falckenberg Schule werden sie mehr in den Blick genommen: Nina, Anna, Mascha, Sonja – ihre individuellen Sehnsüchte, Ängste und Beschränkungen setzen sich auf der Bühne in ein neues Spannungsverhältnis.
Die Geschwister Mascha Tschechowa und Anton Tschechow nehmen das Publikum mit auf eine Wanderung durch Tschechows Werk. Das menschliche Leben bis in die alltäglichsten Details ausleuchtend, untersucht Anton Tschechow das Individuum mit seinen Träumen und Schwächen, das Scheitern in der eigenen Biografie.
Kurz vor ihrem Schauspielabschluss setzen sich die Studierenden des 3. Schauspieljahrgangs der Otto Falckenberg Schule ins Verhältnis zu den Figuren: Was bedeutet es, zu schwach zu sein, um das Leben zu leben, von dem man träumt? Wie steht es um Abhängigkeiten, wie schafft man es loszugehen? Werde ich das richtige Leben gelebt haben? Lizzy Timmers ist Performerin und Regisseurin und war bis 2024 künstlerische Co-Leiterin am Theaterhaus Jena. Durch ihre Arbeitsweise schafft sie es, die individuellen Interessen und Fähigkeiten aus den Spielenden hervorzuholen und sie zu einer humorvollen und ansteckenden szenischen Reise zu verbinden.
Ausgezeichnet mit einem Ensemblepreis beim Schauspielschultreffen 2026 in Rostock
In einem temporeichen Best-of spielen sich die elf Darstellenden des Abschlussjahrgangs in der Therese-Giehse-Halle der Kammerspiele durch das Werk des russischen Dramatikers: ein dichtes Labyrinth unerfüllter Liebesbeziehungen, Sehnsüchte und Zukunftsängste. „Anna, Mascha und Julia“ heißt der energetische Abend, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Figuren auszuleuchten, die bei Tschechow im Verborgenen bleiben. […] Unter der Regie von Lizzy Timmers wälzt der Abschlussjahrgang das Repertoire um, füllt Lücken mit eigenen Texten und setzt Zäsuren. […] Die Stärke des Abends liegt in der schauspielerischen Präzision. […] Immer wieder positionieren sich die talentierten Spielerinnen und Spieler im Schwarm um das Bühnenpodest und werden
selbst zum Publikum ihrer verworrenen Szenen: Was, wenn die Zukunft noch vor einem liegt und sich das Leben doch schon verbraucht anfühlt? Ist das, was ich tue, Beruf oder Berufung? Vielleicht, so zeigt dieser aufrüttelnde Abend, hilft gegen die Angst vor dem Scheitern vor allem eines: der Mut zur Lücke.
Süddeutsche Zeitung, Ella Rendtorff, 16.02.2026