Ott Falcken-
berg 
Schule 

Kokain

nach dem Roman von Pitigrilli / Regieprojekt von Melina Dressler

Premiere 2. Juli 2026 um 19.30 Uhr im Werkraum der Münchner Kammerspiele Weitere Vorstellungen 3. und 4. Juli 2026 um 19.30 Uhr Tickets 10€ unter → Münchner Kammerspiele
Mit Samira Isa Benhane, Mira Fritzsche, Henning Grimpe, Anna Luster, Noah van Moll Regie und Fassung Melina Dressler Bühne und Kostüm Hannah Grimme Dramaturgie Claudia Kaunzner Videodesign und Live-Kamera Anouk Maier Mentorat Elsa-Sophie Jach Kostümmitarbeit und Ausstattungsassistenz Alicia Quigley Regieassistenz Annika Schäfer Dramaturgieassistenz Manuel Rechsteiner Videoassistenz Nina Gurevich Grafikdesign Nicolai Früchtl Aufführungsrechte Tiziana Catenazzo Furlan Mit herzlichem Dank an Elsa-Sophie Jach, Tiziana Catenazzo Furlan, Anne Habermehl, Jonas Schlögl, Lena Klesy und Kilian Seile

Kontrollieren Sie Ihre Bedürfnisse?

Manche Menschen konsumieren, um mehr zu fühlen. Andere, um überhaupt noch etwas zu fühlen. Mit dieser Inszenierung werden Sie Kokain konsumieren. Ob Sie wollen oder nicht.

Pitigrillis Skandalroman „Kokain“ erschien 1921 und erzählt vom Europa der Zwischenkriegszeit: von einer jungen Generation zwischen Erschöpfung und Exzess, Größenfantasien und Orientierungslosigkeit. Seine schonungslos zynische Sprache und präzise Gesellschaftsbeobachtung wirken bis heute erstaunlich gegenwärtig.

Im Zentrum steht Tito Arnaudi: Journalist, Hochstapler, Performer seiner selbst. Er konsumiert nicht nur Kokain, sondern Möglichkeiten — Erfolg, Aufmerksamkeit, Beziehungen, Intensität. Zwischen einer dekadenten Gesellschaft, journalistischen Machtspielen und obsessiven Beziehungen zur selbstbestimmten Maud und der mondänen Kalantan verschwimmen Realität, Halluzination und moralische Grenzen zunehmend. Während Tito immer tiefer in Abhängigkeit und Lebensverneinung gerät, versuchen Maud und Kalantan auf unterschiedliche Weise, in dieser Welt zu bestehen: durch Anpassung, gesellschaftlichen Aufstieg oder radikale Selbstinszenierung. Auch Pietro und die Zeitungsdirektorin bewegen sich mit bitterem Humor durch eine Gesellschaft, die längst verlernt hat, zur Ruhe zu kommen. „Die ersten Dinge, die das Kokain vernichtet, sind der Wille und die Scham“, schreibt Pitigrilli.

Die Bühnenadaption erzählt von Ausbrüchen und den Konsequenzen von Grenzenlosigkeit, von Menschen, die zwischen Drogenrausch, emotionaler Leere und dem Wunsch taumeln, sich selbst und der Welt zu entkommen. Wann kippt Rausch in Abhängigkeit? Und wie viel braucht es davon, um in dieser Welt bestehen zu können?

Content Note: Thematisierung von Drogenkonsum, Suizid und sexueller Gewalt